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Joggerin missachtet Schranke und wird vom Zug erfasst

Dienstag, 23. Februar 2010 | 

bahnschranke 22.2.2010, Millingen

Tiere rennen vor heranrasenden Autos über die Straße, weil die Evolution nicht schnell genug arbeitet und sie nicht über den Verstand verfügen, selbst die nötigen Schlüsse zu ziehen. Wer überfahren wurde, lernt eben nichts daraus.

Menschen haben es da leichter. Sie geben ihr Wissen, ihre Erfahrungen weiter. Und sie wissen auch, dass ein geschlossener Bahnübergang bedeutet, dass da gleich ein gefährlicher Zug kommt. Naja, zumindest die meisten Menschen wissen das.

Generelle Probleme mit dieser Regel haben eigentlich nur zwei Sorten von Menschen: Jugendliche und Jogger.

Die Kids leiden unter Selbstüberschätzung in Tateinheit mit Gruppenzwang. Aber was treibt einen Jogger oder eine Joggerin um die 40, der vielleicht noch durch einen Kopfhörer mit lauter Musik gehandicapped ist, dazu, an wartenden Menschen vorbei auf die abgesperrten Schienen zu laufen?

Das werden wir wohl auch im vorliegenden Fall nicht erfahren…

Eine 41-jährige Joggerin aus Rees interessierte sich nicht für die geschlossene Dreiviertel-Schranke am Bahnhof Millingen (bei Kleve). In der Dunkelheit (gegen 19:45 Uhr) joggte sie unter den Augen zweier Zeugen auf die Schienen, nicht realisierend, dass sich ein Zug mit hoher Geschwindigkeit näherte.

Und dieser Regionalexpress von Emmerich nach Wesel erwischte sie dann auch voll…

Es gibt Vermutungen, dass Sie Musik gehört hat. Aber das ist doch eigentlich nur ein Grund mehr dafür, sehr aufmerksam zu gucken und an Bahnschranken stehen zu bleiben, oder?

Die Joggerin wurde tödlich verletzt, der 44-jährige Zugführer und die Zeugen erlitten einen Schock.

Quellen:
Polizeipresse
Verschiedene Zeitungen

Update

Kommentar des Polizei-Pressesprechers Manfred Jacobi:

“Offensichtlich hat sie den herannahenden Zug nicht gehört, weil sie einen iPod mit sich führte und Kopfhörer trug.”

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joggerin11.3.2009, Nassenheide (Oberhavel)

Es gibt menschliche Gebrechen, die eigentlich aussterben würden, wenn die Gesellschaft sie nicht “schützen” würde. Starke Sehfehler, Schwerhörigkeit oder Klumpfüße waren früher oft nicht nur ein Kriterium das zu Einsamkeit und damit “Nicht-Fortpflanzung” führten. Sie waren auch oft genug lebensgefährlich. Wer eine Beute oder Angreifer nicht sieht oder ein Raubtier nicht hört, der stirbt – so lautete die einfache Formel vor der Erfindung von Seh- bzw. Hörhilfen.

Wer also seine erbliche Erkrankung nicht weitervererben kann, sorgt indirekt zur Verminderung dieser Erkrankungen. Doch bei uns gibt es viele Menschen mit Brillen und Hörgeräten und es werden Jahr für Jahr mehr.

Dumm muss es aber genannt werden, wenn man sich in gefährliche Situationen bringt, weil man seine gesunde Wahrnehmung absichtlich einschränkt. Und dieser “absichtlichen Verminderung der Wahrnehmung” fiel nun eine Joggerin zum Opfer.

Zu den entweder wenig bekannten oder absichtlich missachteten Verkehrsregeln gehört die, welche sich mit der Einschränkung des Hörens beschäftigt. Musik im Verkehr darf nicht so laut gehört werden, dass man eventuelle Warnzeichen überhört. Denn das führt oft zu tödlichen Unfällen.

In unserem Fall lief eine 40-jährige Joggerin mit Kopfhörern eine Zeit lang neben den Bahngleisen entlang, als sie plötzlich und ohne zu gucken auf die Gleise rannte. An dieser Stelle gibt es einen sogenannten “wilden Bahnübergang”, also einen verbotenen Trampelpfad.

Der Zugfahrer versuchte noch eine Vollbremsung und gab Warnsignale – doch die wurden leider überhört. Die Joggerin starb noch an der Unfallstelle.

Quellen:
B2B
Berliner Morgenpost

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