Lichtbogen
Immer wieder sterben Menschen durch elektrischen Strom in Fällen, bei denen Sie gar keine leitenden Gegenstände angefasst haben. Der Strom erreicht sie quasi "durch die Luft" und dieses Phänomen wird als Lichtbogen bezeichnet.
Dass es tatsächlich so ist, dass bei Oberleitungen von Bahnanlagen elektrischer Strom auf leichtsinnige Menschen überspringt, berichtet z.B. die Wikipedia.
Wer über die üblichen Stromstärken und technischen Konstruktionen nachlesen will kann das hier tun.
Und wer nun nachrechnen will, wie weit Lichtbögen bei welcher Spannung überschlagen können, der sollte die physikalischen Gegebenheiten dieser Seite berücksichtigen.
Dort steht u.a. "Lichtbögen benötigen bei Kupferleitungen eine Mindestspannung von etwa 12 V und einem Mindeststrom von etwa 0,4 A."
Die bekanntesten Beispiele für eine Art Lichtbogen, die jeder schon mal gesehen hat, sind zum einen die Zündkerze und zum anderen Blitze.
Für die Elektriker und andere Physikgenies zur Beachtung. JA, es gibt eine "Regel" zum Sicherheitsabstand, die lautet: 1mm je 1000 V
Dabei handelte s sich allerdings um eine Regel die unter optimalen, theoretischen Versuchsbedingungen gilt und man nennt sie auch die "elektrische Durchschlagfestigkeit von Luft". Das ist also die Entfernung bei der es unter nahezu niemals im richtigen Leben vorkommenden Laborbedingungen *theoretisch* sicher ist.
Eine gute Erklärung findet sich auch in den Ausbildungsunterlagen einer Feuerwehr. (Download einer PDF-Datei)
Um es mal zusammenzufassen:
Theoretisch und nur unter idealen physikalischen Bedingungen beträgt ein ausreichender Sicherheitsabstand zu einer Oberleitung mit 15.000 Volt ungefähr 1,5 cm.
Tatsächlich können Lichtbögen 1,5 METER und mehr überspringen. Das hat mit verschiedensten Einflüssen zu tun, zu denen u.a. die Luftfeuchtigkeit, die Beschaffenheit der Kleidung und sogar bestimmte Körpereigenschaften des Opfers gehören können. Außerdem auch Dinge wie Moos oder anderer Bewuchs der Oberleitung.
Und wer sich nun immer noch mit Lehrbuchsätzen und halb vergessenem Wissen aus der Berufsschule hier produzieren will, dem rate ich, sich doch einfach mal an einem nebligen Morgen auf einen Güterwagon zu begeben… und mir hinterher davon zu erzählen… oder zumindest seinen Freund von dem Versuch einen kleinen Film machen zu lassen. ;-)




